Im chirurgischen Bereich kann der Laserstrahl wie ein Skalpell zum Schneiden von Gewebe verwendet werden. Durch die hohen Temperaturen von bis zu 300 °C platzen die Zellen des behandelten Gewebes auf und verdampfen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Vaporisation. Die Vaporisation kann durch die Wahl der Parameter Laserleistung, Fokussierung des Laserstrahls, Abstand zum Gewebe und Einwirkzeit sehr gut kontrolliert und punktgenau eingesetzt werden. Die Stärke der verwendeten Lichtleit-Faser bestimmt außerdem, wie fein der gesetzte Schnitt wird.
Durch den Einfluss des Lasers kommt es zu einer Koagulation der umliegenden Blutgefäße, so dass das OP-Feld frei von Blutungen bleibt. Ein Nachbluten im Bereich des gesetzten Schnittes wird vermieden.
Durch den Diodenlaser werden bis zu 99,9 % der Bakterien und Viren im Einwirkbereich abgetötet, so dass der Laserstrahl im Wundbereich auch eine desinfizierende Wirkung entfaltet. Diese führt zu einer schnelleren Heilung des Gewebes und zu einer Reduzierung von Rezidiven. Im Vergleich zu konventionellen chirurgischen Eingriffen sind laserchirurgische Eingriffe in der Heilungsphase deutlich weniger schmerzhaft.
Beim Diodenlaser wird der Laserstrahl über eine dünne Lichtleit-Faser von der Diode im Gerät zum Ende der Faser geleitet und tritt hier aus. Im Gegensatz zum CO2-Laser, bei dem der Laserstrahl über Spiegel, die in einem Gelenkarm untergebracht sind, geleitet wird, eignet sich der Diodenlaser deshalb optimal zum endoskopischen Einsatz. Die Lichtleit-Faser kann durch den Arbeitskanal des Endoskops geführt werden. Unter endoskopischer Sichtkontrolle kann so gezielt mit dem Laser gearbeitet werden.
Wird der Laserstrahl nicht punktgenau, sondern defokussiert eingesetzt, kann er zur Laserbestrahlung eingesetzt werden. Weit verbreitet sind dabei sog. Softlaser, die mit sehr geringen Energien im Milliwattbereich arbeiten. Im Gegensatz dazu kann mit den Diodenlasern über ein spezielles Defokussierhandstück mit bis zu 5 Watt (5000 Milliwatt) gearbeitet werden. Dies hat den Vorteil, dass die Bestrahlungszeiten erheblich verkürzt werden können und Wiederholungsbehandlungen erst nach deutlich längeren Zeitabständen notwendig sind.
Diese Behandlung hat eine entzündungshemmende, wundheilungsfördernde und analgetische Wirkung und kann zur Behandlung von Wundheilungsstörungen sowie bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (akute und chronische Gelenks-, Muskulatur- und Sehen- bzw. Sehnenscheidenentzündungen) eingesetzt werden.
Wichtig für den Erfolg der Bestrahlung ist die eingesetzte Wellenlänge. Die Diodenlaser arbeiten mit einer Wellenlänge von 980 nm, bei der optimale Bestrahlungs-Ergebnisse erzielt werden können.
Als Ursache für die positive Wirkung des Laserlichtes werden zahlreiche Effekte diskutiert. So soll die an das Gewebe abgegebene Energie neben der Erwärmung auch zu einer energetischen Anregung des Gewebes führen. Es wird vermutet, dass dadurch biochemische Stoffwechselprozesse wie die Produktion humoraler und zellulärer Abwehrstoffe und die Freisetzung anaboler Substanzen stimuliert werden. Außerdem wird eine Steigerung der Mikrozirkulation im bestrahlten Gewebebereich induziert.